Startschuss auf Schloss Liebenstein

Pressemitteilung der Privaten Schloss-Hotel Collection GmbH & Co. KG vom 10. März 2022:


Anfang 2020 hat die Private Schloss-Hotel Collection GmbH & Co. KG die Verantwortung für das Schlossgelände im Rahmen eines Erbaurechtsvertrages übernommen. Geschäftsführer dieser Gesellschaft ist der Pforzheimer Brauer und Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler. Er hat sich verpflichtet, die sanierungsbedürftigen Gebäude auf dem Gelände wie zum Beispiel den Bergfried zu restaurieren. Daneben sollen die vorhandenen Gastronomie- und Hotelräume renoviert werden, und zusätzliche neue Hotelzimmer in leerstehenden Gebäuden geschaffen werden. Alle Zimmer und Appartements werden künftig einen 4-Sterne-Standard aufweisen.


Als versierter und erfahrener Partner für die Sanierungs- und Baumaßnahmen konnte die Firma JaKo Baudenkmalpflege GmbH aus Rot an der Rot gewonnen werden. JaKo ist in Neckarwestheim nicht unbekannt: Sie verantwortet auch die Gesamtrestaurierung des Gebäudes Jägerhof 2. Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme wurde ein über rund sechs Jahre angelegter Masterplan erstellt. In diesem wurden die notwendigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen inhaltlich und zeitlich festgeschrieben.


Nach ausführlichen Abstimmungsgesprächen gaben die Denkmalschutzbehörden im letzten Jahr grünes Licht für die Sanierung des aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bergfrieds. Hier haben die Arbeiten mit der Beseitigung des Wildwuchses bereits im Februar begonnen.

Bernd Jäger, neben seinen beiden Brüdern Geschäftsführer der JaKo Baudenkmalpflege, ist begeistert: „Wir sind überrascht, wie groß die freigelegte Fläche rund um den Turm ist. Und von jeder Stelle aus bietet sich eine herrliche Aussicht auf das Umland. Nun sind die Zugänge zum Bergfried wieder frei und die Arbeiten werden demnächst mit der Aufstellung des Gerüstes fortgesetzt.“


Am Donnerstag, den 10. März 2022, haben sich die Beteiligten im Rathaus Neckarwestheim getroffen, um den Bauantrag für den Umbau des ehemaligen Meiereigebäudes an Bürgermeister Jochen Winkler zu übergeben. Dieser freut sich darüber, dass nun die Phase II aus dem Masterplan angegangen wird. „Wir begrüßen es, dass die seit vielen Jahren ungenutzten historischen Gebäude - ehemalige Meierei und Oberes Back- und Waschhaus - mit dem Einbau von 12 modernen und ansprechenden Hotelzimmern einer neuen Nutzung zugeführt werden.“ so Winkler.


Auch Rüdiger Braun, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft NGV Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG war mit dabei. Diese Gesellschaft ist Eigentümerin des Schlossgeländes. Braun hatte für den Bauherrn eine erfreuliche Nachricht. „Zusammen mit der Gemeinde beteiligen wir uns finanziell an der Sanierung des Bergfrieds und am Wiederaufbau des teilweise eingestürzten Gotischen Steinhauses“. Die Investitionen in den Hotel- und Gastronomiebetrieb sind allerdings von der Erbaupächterin Private Schloss-Hotel Collection allein zu tragen. Nach Genehmigung des heute gestellten Bauantrages sollen die Arbeiten zügig begonnen werden. Bürgermeister Winkler hat seine Unterstützung bei der Bearbeitung des Bauantrages zugesagt.


Weitere Informationen zum Schloss Liebenstein:

Mit dem Bau Liebensteins wurde um 1230 unter König Heinrich (VII.) begonnen. Aus dieser Zeit stammen u.a. der fast vollständig erhaltene Bergfried und Teile eines Palas im Bereich des Schloss-Hauptgebäudes. Das erste urkundlich erwähnte Mitglied eines Niederadelsgeschlechtes, das sich nach der Burg benannte, war Albert von Liebenstein. Am Ende des 13. Jahrhunderts erfährt man von einer weiteren Familie, den von Urbach, die auf Liebenstein ansässig waren. Dies führte zu einer Teilung der Anlage, die bis zu ihrem Verkauf an das Herzogtum Württemberg um 1674-1678 bestand.


Im 16. und frühen 17. Jahrhundert wurden auf Liebenstein umfangreiche Bautätigkeiten durchgeführt. Riesige Wirtschaftsgebäude und die freistehende Schlosskapelle entstanden, die Wohnbauten wurden im Stil der Renaissance umgestaltet. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der prächtigen Schlosskapelle, ein besonderes kunsthistorisches Kleinod welches Stilelemente der Gotik mit denen der Renaissance verbindet. Sie wurde 1599 vom Heilbronner Baumeister Jakob Müller nach dem Vorbild der Stuttgarter Schlosskirche errichtet und zählt zu den aufwändigsten Kapellen, die landesweit in einer Schlossanlage zu finden ist.