Vergangenheit mit Zukunft!

Studierendenexkursion in oberschwäbische Gasthäuser.


Am 7. September durften wir erneut Gäste bei uns im Haus begrüßen: Bei einem abendlichen Ausklang mit Speisen und Getränken stand der Besuch am Abschluss eines einwöchigen Studierendenworkshops des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz. Das Thema lautete „Dorfgasthöfe in Oberschwaben – Co-Working-Spaces auf dem Land“.

Gasthöfe prägen seit Jahrhunderten unser Dorfleben: Als identitätsstiftender Kulturraum bieten sie der dörflichen Gemeinschaft einen Ort für die Kommunikation untereinander, ebenso aber auch Kontaktmöglichkeiten zu Menschen von auswärts.


Das Landleben hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert, und mit ihr die gesamte dörfliche Infrastruktur. Dorfgasthöfe sind von diesem Wandel im Besonderen betroffen; die Dörfer verlieren damit einen ihrer wichtigsten soziokulturellen Alltagsorte. Soweit, so bekannt, so schlecht.


Was aber sind eigentlich „Co-Working-Spaces“? Nun, der allgemeine Strukturwandel und besonders die Digitalisierung haben schon seit einiger Zeit zu einer Dezentralisierung des Arbeitslebens geführt und die über viele Jahrzehnte gewohnte räumliche Verbindung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort verliert hierbei zunehmend an Bedeutung. Von „Work-Life-Balance“, „neuer Landlust“ und einer „Renaissance des Landlebens“ ist zwar schon seit Jahren die Rede, doch erst die Covid-Pandemie hat zu einer deutlicheren Veränderung bisheriger traditioneller Arbeits- und Lebensgewohnheiten geführt.


Zwar dürften die allerwenigsten Arbeitnehmer nun zu „digitalen Nomaden“ werden, die ihr Notebook entspannt an einem Palmenstrand unter Südseesonne aufklappen werden (…wenngleich es diese tatsächlich gibt). Für viele der Anderen stellt sich jedoch zumindest die Frage, wieso sie weiter in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen sollen – in überfüllten Städten, mit Kriminalität, Lärm, Stress und deutlich höheren Lebenshaltungskosten.


Die gut 20 Studierenden hatten bei ihrer Veranstaltung ein anspruchsvolles Programm mit Vorträgen, Diskussionen und Besichtigungen zu bewältigen. Stationen waren das Hotel „Bären“ in Isny, die Gasthöfe „Adler“ in Ochsenhausen und in Reinstetten, der Gasthof „Engel“ in Alleshausen, aber auch der Gasthof „Ochsen“ im nur wenige Kilometer von hier entfernten Erlenmoos.


Hier haben wir kürzlich mit den Restaurierungsarbeiten begonnen: Der „Ochsen“ wird als Rathaus, Bürgersaal und Bistrocafé ein neues Kapitel für sich und die Menschen im Ort aufschlagen.


Der Ausklang in Emishalden wurde durch Bernd Jäger moderiert, der zunächst die Geschichte von JaKo vorstellte und anschließend durch den Betrieb führte. Und wer weiss, vielleicht findet der eine oder andere der Studierenden in der Zukunft seinen Weg zu JaKo: Das Unternehmen ist stets auf der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften, wie Bernd Jäger betonte.


Zu der Veranstaltung sendet die ARD am 8. November einen Beitrag im Rahmen einer Themenwoche „Stadt-Land“. Die genaue Uhrzeit wird noch bekannt gegeben.