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Schmiedstraße 7, Gärtringen

Ein Vermächtnis aus dem 15.Jahrhundert.


Im historischen Ortskern von Gärtringen, an der Westseite der Schmiedstraße, findet sich auf den ersten Blick ein unscheinbares, altes und verlassenes Wohnhaus. Doch bei genauerer Betrachtung entpuppt es sich als Kulturdenkmal von besonderem Wert, das bereits zur Zeit von Columbus' Entdeckung Amerikas stand. Ein Gebäude aus dem Jahr 1484, welches noch heute existiert, ist äußerst selten. Und noch seltener handelt es sich dabei um ein einfaches Wohnhaus.


Der zweistöckigen Riegelbau aus Fachwerk mit dreigeschossigem Satteldach ruht auf einem massiven Sockel, der im östlichen Teil einen teilweise eingetieften Gewölbekeller beherbergt. Doch was macht diesen "alten Schatz der Jahrhunderte" so besonders? Die Besonderheit liegt in der Konstruktion!


Das Fachwerkgefüge ist in der Stubenzone verblattet, während es in den anderen Bereichen meist mit steilen, eng am Bundständer stehenden Feldstreben ausgesteift ist. Die Feldstreben sind kopf- und fußzonig eingezapft und stellen somit eine der frühesten bekannten gezapften Aussteifungen in der Region Württemberg dar, die sich erst nach 1500 in dieser Form verbreiteten. Zahlreiche Flechtwerkausfachungen, eine geschnitzte "Bündelknagge" im Obergeschoss an der Ecke, die erhaltene Bretter-Balkendecke in der Stube und eine zeitgenössische Wendebohlentür haben ebenfalls den Zahn der Zeit überstanden. Damit ist dieses "einfache" Wohnhaus ein anschauliches Beispiel für den Hausbau in Württemberg und eine beeindruckende Überlieferung vergangener Zeiten.




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