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Bauopfer

Relikte vergangener Zeiten.


Was heute als Aberglaube gilt, war bis ins späte Mittelalter echte Überzeugung der Menschen, die in einem tief verankerten Glauben lebten. So wie eine schwarze Katze als Pechbote galt und ein Hufeisen Glück brachte, so glaubten die Erbauer eines neuen Gebäudes daran, dass ein dargebrachtes Opfer den Neubau und seine Bewohner vor Unheil oder Dämonen schützt. Dafür wurde häufig ein lebendes Wesen oder ein geeigneter Gegenstand geopfert und in einem konstruktiven Bauteil deponiert, welches später nicht mehr zugänglich war.


Auch bei unseren (Gesamt-)Restaurierungsprojekten sind wir schon das ein oder andere Mal auf Bauopfer gestoßen.


Aktuell haben wir im Fuggerschloss in Boos – über die geplante Gesamtrestaurierung des ehemaligen Schlosses haben wir bereits berichtet – ein gut erhaltenes Bauopfer entdeckt. Bei der Schadenskartierung des Holztragwerks wurden einige Bretter entfernt und wir sind auf ein bisher verborgenes ca. 60cm großes Hundeskelett gestoßen. Gefunden wurde das Bauopfer im ehemaligen Bräuhaus im 1. Dachgeschoss zwischen den Holzbalken.


Das Bräuhaus wurde vermutlich 1687 errichtet. Im laufe der Zeit gab es im Erd- und Obergeschoss mehrere Umbauten, das Dach wurde jedoch nicht verändert, so dass es noch seinen bauzeitlichen Zustand besitzt und das Hundeskelett über 300 Jahre unentdeckt blieb.


Quelle: Scherb Rainer: Bauopfer. Johannesberger Arbeitsblätter.




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