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- Trepp auf, Trepp ab - Treppen im Denkmal
Von der Himmelsleiter zum optimalen Steigungsverhältnis nach DIN. Über die Jahrhunderte hinweg, und im Verlauf verschiedener Baustilepochen, haben sich zahlreiche Arten von Treppen entwickelt. Alles begann mit dem sogenannten Steigbaum, bei dem Kerben in einen Baumstamm geschnitten wurden. In der Antike hatte die Treppe eine eher symbolische Bedeutung als Verbindung zwischen Himmel und Erde, wie sie beispielsweise im Deutschen Romanik Museum in Frankfurt oder im Bauhaus-Museum in Weimar zu sehen ist. Weiter symbolisierten Treppen die Rangfolge in einer Gemeinschaft. Während der Romanik wurde in massiven Bauten die Wendeltreppe in Turmanlagen eingeführt, eine raumsparende Form, die auch heute noch beliebt ist. In der Gotik entwickelte sich daraus die Spindeltreppe mit einer filigraneren Erscheinung, wie sie beispielsweise in der Turmtreppe des Ulmer Münsters zu finden ist. Neben Steinstufen wurden auch vermehrt Holzstufen verwendet, wie bei der Keilstufentreppe im Jägerhof in Neckarwestheim (Bild 1). In der Renaissance wurden Treppen passend zum Baustil reich verziert, und die Geländer entwickelten sich von einfachen Holzstäben zu kunstvoll gestalteten Balustraden mit Staketen. Die u-förmige Treppe im Frommhaus in Bad Grönenbach (Bild 2) aus etwa 1900 ist eine moderne Interpretation dieses Stils. Im Barock diente die Treppe nicht nur zur Erschließung, sondern wurde auch zu einem repräsentativen Gestaltungselement. Der Aufstieg in solch einer breiten, prunkvollen Barocktreppe mit flachen Stufen sollte zum Erlebnis werden, was bei der Treppe im Hohen Schloss in Bad Grönenbach (Bild 3), welche im 16. Jhd. eingebaut wurde, zweifelsohne gelang. Eine ähnliche repräsentative Wirkung erzielt die Wangentreppe. So handelt es sich bei der Treppe im Lochgässchen in Augsburg (Bild 4) um eine Wangentreppe, bei der die Stufen seitlich eingestemmt sind. Im Alten Löwen in Ehningen (Bild 5) befindet sich ebenfalls eine Wangentreppe, hier wurden die Stufen jedoch in die Wange eingeschoben. Historische Treppen wurden hauptsächlich aus Stein oder Holz erbaut, während moderne Treppen oft aus Stahl oder Beton bestehen. Dies ist nicht nur auf die Materialentwicklung zurückzuführen, sondern auch auf die heutigen Anforderungen an Treppen im Hinblick auf Brandschutz und Sicherheit. Vorschriften zu Maximalsteighöhe, Mindestauftrittsbreite, Geländerhöhe und -design sowie andere Aspekte müssen berücksichtigt werden. Bei der Restaurierung historischer Treppen müssen daher kreative Lösungen gefunden werden, um Denkmalschutz, Brandschutz und Nutzerbedürfnisse zu vereinen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Entwicklung einer Lösung für den Gewölbekeller der HfWU in Nürtingen (Bild 6).
- Frommhaus, Bad Grönenbach
Das Frommhaus erhält eine neue Nutzung. Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus, welches sich im Ortszentrum von Bad Grönenbach befindet, wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Zuletzt wurde das Gebäude, von seinem Namensgeber Herrn Fromm, als Fotogeschäft genutzt, welches 2003 als solches abgemeldet wurde. Wir wurden mit der Erstellung einer Entwurfsplanung beauftragt, um das Gebäude wiederzubeleben. Im Rahmen dieser Entwurfsplanung wird für das historische Gebäude eine Büronutzung vorgesehen. Weiter wird in der Planung die Möglichkeit zu einer späteren Umnutzung zu Wohnungen berücksichtigt. Das Gebäude wird in folgende zwei Nutzungseinheiten aufgeteilt: Büroeinheit 1: Keller – Erdgeschoss Büroeinheit 2: Obergeschoss – Dachgeschoss 2 Im Außenbereich entstehen auf der Ostseite Parkmöglichkeiten sowie anstelle des östlichen Anbaus ein Freisitz, welcher der Büroeinheit 1 zugehörig ist. Das im Westen stehende Nebengebäude wird abgebrochen. In diesem Zuge wird die Westansicht des Frommhauses sichtbar gemacht. Ein neuer Flachdachanbau für die Unterbringung der Technik und Abfallbehälter ermöglicht die separate Erschließung der oberen Büroeinheit und bildet einen Abschluss des rückwärtigen Hangs. Das Erdgeschoss wird über den bereits vorhandenen Hauptzugang erschlossen. Über einen langen Flur gelangt man in die einzelnen Räumlichkeiten. Das Obergeschoss erhält einen neuen Zugang über eine außenliegende Spindeltreppe und den Neubau, welcher gleichzeitig als Dachterrasse genutzt werden kann. Auch in diesem Geschoss ist der längliche Flur vorhanden und ermöglicht den Zugang zu den einzelnen Räumen. Die zweigeschossige, historische Treppe wird restauriert und als vertikale Erschließung zwischen den Geschossen genutzt. Das Dachgeschoss erhält eine offene Galerie. Der Dachstuhl bleibt durch energetische Maßnahmen einer Aufdachdämmung sichtbar. Um eine ausreichende Belichtung zu ermöglichen, sind Dachgauben sowie ein Dachfenster vorgesehen.
- Die "Sendung mit der Maus" zu Besuch in der Milchbar aus Brühl
LVR Freilichtmuseum Kommern. Die letzte Folge im Jahr 2023 und die erste Folge im Jahr 2024 der „Sendung mit der Maus“ wurde zum Teil in der von uns translozierten Milchbar im LVR Freilichtmuseum Kommern abgedreht. Die Milchbar, welche ursprünglich aus Brühl stammt, wurde im Juli 1954 erbaut und in den Folgejahren um weitere Anbauten ergänzt. Und bereits in den 60er Jahren änderte sich der Nutzungsschwerpunkt drastisch: Die Milchbar wurde zu einer Rockerkneipe und nach einigen Jahren wurde daraus eine gutbürgerliche Kneipe. 2019 wurde der historische Teil der Milchbar dann als komplettes Bauteil transloziert und im Freilichtmuseum Kommern im Zustand um 1955-58 wiederaufgebaut. Unter folgendem Link sind die Sendungen noch begrenzt abrufbar: Sendung vom 31.12.2023 Sendung vom 07.01.2024 Bilder: Bild 01: ©LVR-FLM Kommern Hans-Theo Gerhards Bild 02-04: ©LVR-Freilichtmuseum Kommern
- Unsere JaKo-Hymne "Träume bewahren. Großes bewegen."
Haben Sie bereits von unserer JaKo-Hymne gehört? Unter dem Motto „Träume bewahren. Großes bewegen!“ entstand im letzten Jahr unsere JaKo-Hymne. Was als spontane Idee auf der letzten Weihnachtsfeier begann, entwickelte sich über ein Jahr hinweg zu einem ausgereiften Projekt. Das Lied, das Ohrwurmpotenzial verspricht, erzählt von den Anfängen und der Geschichte unserer Firma, sowie den gemeinsamen Werten im Arbeitsalltag. Premiere feierte das Lied im März bei unserer Betriebsversammlung in einer kleinen Besetzung mit Keyboard, Cajon und Chor. Eine Aufnahme dieses Auftritts dient heute als Telefonwarteschleife. Bei der diesjährigen Weihnachtsfeier wurde die Besetzung um eine Band und eine Bläsergruppe erweitert, wobei über 20 Musikerinnen und Musiker aus dem Kollegium beteiligt waren. Sind Sie neugierig geworden? Dann rufen Sie uns gerne an!
- Die ersten Sondierungen
Ein Update zu "Maibaum und Merowinger". Bis zum Ende des Jahres 2026 ist geplant, auf dem Gelände "Grüner Baum / Große Scheuer" in Erligheim (Landkreis Ludwigsburg) sowie auf angrenzenden Freiflächen insgesamt 66 Wohnungen und verschiedene Dienstleistungsflächen in drei denkmalgeschützten und sechs neuen Gebäuden zu errichten. Das betreffende Grundstück wurde als Prüffall ausgewiesen, und im Herbst begannen die ersten Sondierungsarbeiten. Im Bereich der Hofenerstraße wurden keine Gräberfelder aus der Merowingerzeit entdeckt. Hingegen wurden im Areal "Grüner Baum / Große Scheuer" bedeutende Funde gemacht. Dr. Martin Thoma vom Landesamt für Denkmalpflege berichtet, dass entlang der Südseite der Großen Scheuer der jüngste Befund ans Licht kam. Ein gemauerter Steinkanal mit einer Innenbreite von etwa 0,80 m und einer Tiefe von einem Meter wurde auf einer Länge von 80 m von West nach Ost freigelegt. In einer Tiefe von etwa zwei Metern im nördlichen Bereich wurde der Kellerraum eines größeren Gebäudes entdeckt. Die Vermutung liegt nahe, dass dieser Raum möglicherweise mit dem mittelalterlichen Niederadelssitz in Verbindung steht. Die gleiche Kellerwand schneidet im östlichen Bereich eine Siedlungsgrube, die als besonders bemerkenswerter Fund gilt. In einer freigelegten Fläche von 10 x 5 m wurden spätmittelalterliche Siedlungsbefunde aus dem 13./14. Jahrhundert identifiziert. Damit ist eine ältere Aktivität im Bereich der Scheuer nachgewiesen. Weitere archäologische Grabungen stehen noch aus, und es bleibt abzuwarten, welches Gesamtbild sich im Verlauf der Forschungen abzeichnen wird.
- Evangelische Laurentiuskirche, Oberderdingen
Startschuss. Die Laurentiuskirche, eine der ältesten lutherischen Predigtsaalkirchen in Württemberg, befindet sich im Herzen der Gemeinde Oberderdingen. Die architektonische Gestaltung dieser Kirche sorgt für eine herausragende Akustik bei Konzerten. Um sicherzustellen, dass diese Veranstaltungen weiterhin stattfinden können, wird derzeit die Restaurierung des Dachstuhls durchgeführt. Die Restaurierungsarbeiten haben bereits begonnen, mit dem Abdecken des Dachs und der Markierung erster Schäden durch einen Statiker. Schrittweise werden die morschen, von Holzschädlingen geschwächten Teile der Balken herausgeschnitten und mit einer speziellen Holzverbindung, einem sogenannten "stehenden Blatt", erneuert. Hierbei wird der Balken bis zur Schadstelle zurückgeschnitten, etwa 1,0 - 1,2 m zur Hälfte eingesägt, die neue Verbindung wird spiegelverkehrt angebracht. Beide Teile werden schließlich mittels Eichendollen miteinander verbunden. Die Arbeiten gestalten sich zudem als anspruchsvoll, da zuvor ein Holzschutzmittel aufgetragen wurde. Um die Restaurierung sicher umsetzen zu können, werden diese Arbeiten in Schutzanzügen getätigt. Trotz dieser Herausforderungen wird die Gemeinde zu Weihnachten die Möglichkeit haben, in ihrer Kirche zusammenzukommen und den wundervollen Klängen der besinnlichen Zeit zu lauschen.
- Historische Innentüren
Acht Türen aus unserem Lagerbestand finden eine neue Heimat. Bei der Gesamtrestaurierung eines Hofes in Süddeutschland wurden sieben Innentüren und eine Haustür aus unserem umfangreichen Bestand historischer Türen ausgewählt, um ihren Platz im Anbau des Hofes zu finden. Ein besonderer Wunsch der Kunden war es, die natürliche Holzoberfläche dieser Türen sichtbar zu machen, ohne jegliche Versiegelung oder Anstrich. Um diesen Wunsch gerecht zu werden, wurden zuerst alle alten Anstriche rückstandsfrei entfernt und die Holzoberflächen mit ihren Profilierungen und Abplattungen in aufwendiger Handarbeit feingeschliffen. Bei der Restaurierung der Türblätter beschränkte man sich auf die konstruktiv notwendigen Bereiche, die mit neuem Holz ergänzt wurden. Dabei lag der Fokus nicht darauf, alles "wie neu" aussehen zu lassen, sondern vielmehr den ursprünglichen Charakter zu bewahren und sogar zu betonen. Einige Türen wurden mit Blockrahmen und andere mit Umfassungszargen versehen, die eigens neu angefertigt wurden. Dabei kamen für die Blockrahmen Altholzbalken und für die Umfassungszargen gereinigte und geschliffene Bodendielen zum Einsatz, um sicherzustellen, dass diese Elemente nahtlos in das Gesamtbild der Türen integriert werden konnten. Das Ergebnis ist zweifelsohne gelungen, wie die Vorher-/Nachheraufnahmen zeigen, und dient zudem als hervorragendes Beispiel für die nachhaltige Nutzung historischer Elemente.
- Herzog-Georg-Straße 61, Lauingen
Endspurt. Die Arbeiten in der Herzog-Georg-Straße 61 in Lauingen neigen sich dem Ende zu, und die Wohnungen in diesem geschichtsträchtigen Gebäude sind bald bezugsfertig. Ein beeindruckender Vorher-Nachher-Vergleich verdeutlicht den enormen Einsatz und die Umsicht, die in die Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes geflossen sind. Das einst kalte und ungenutzte Dachgeschoss, verlockt nun mit seinen gebürsteten Balken und dem neuen, warmen Eichenparkett dazu, bereits die passenden Möbel für die nun gemütlichen und ansprechenden Räume auszusuchen. Durch die unterschiedlichen Bereiche des Dachstuhls – restauriert und neu aufgebaut (der vordere Teil wurde durch einen Brand zerstört) – entstehen ganz individuelle Bereiche. Während das Dachgeschoss nun fertiggestellt ist, werden in den beiden unteren Etagen noch letzte Details verfeinert. Türen werden eingebaut und Wände erhalten den letzten Anstrich, um den Gesamteindruck zu vervollkommnen. Das lange Zeit leerstehende Haus an der Hauptstraße in Lauingen steht nun bereit, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Es freut sich regelrecht darauf, bald neue Mieter zu begrüßen und mit frischem Leben erfüllt zu werden. Die einzigartige Kombination aus historischem Charme und modernem Komfort macht dieses Gebäude zu einem ganz besonderen Ort zum Wohnen.
- Gasthaus Linde, Gutach (Schwarzwaldbahn)
Die Baugenehmigung ist beantragt. Die Planung ist abgeschlossen und der Bauantrag wurde eingereicht. Jetzt wartet "die Linde" nur noch darauf, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Genehmigungsverfahren können äußerst zeitaufwendig sein, da viele Bedingungen erfüllt werden müssen. Oft wird ein detailliertes Brandschutzkonzept und verschiedene Gutachten gefordert. Jedes Detail wird mit den Bauherren, den Behörden und Fachplanern abgestimmt, was Monate oder sogar Jahre dauern kann, bis die Genehmigung erteilt wird. Auch für den Gasthof Linde gab es zahlreiche Voraussetzungen zu erfüllen und eine Vielzahl von Unterlagen vorzubereiten. So umfasste der Bauantrag neben den grundlegenden Plänen wie den Grundrissen, Schnitten und Ansichten auch viele Formulare, Anträge und Berechnungen. In Anbetracht der historischen Bedeutung des Gasthauses sind verschiedene Behörden involviert, darunter auch das Denkmalamt. Wir pflegen stets eine enge Kooperation mit den Denkmalbehörden, daher erstellen und stellen wir umfangreiche Gutachten und Untersuchungen, wie Schadenskartierungen, Baualterspläne, Bestandsraumbücher und bei Bedarf sogar dendrochronologische Untersuchungen, so auch für die "Linde". Das über 300 Jahre alte Gasthaus wurde bis 2016 betrieben und zahlreiche Fundstücke bezeugen die ehrwürdige Historie der Linde und deren Bedeutung für die Gemeinde. Jetzt liegt es an uns, die Geschichte zu bewahren und fortzusetzen.
- Update Schulhaus Remshart, Freilichtmuseum Illerbeuren
Erfolgreicher Umzug. Das Schulhaus aus Remshart wurde erfolgreich ins Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren transloziert. Mithilfe eines Autokrans wurden die massiven Elemente des Mauerwerks am neuen Standort sorgfältig Bauteil für Bauteil zusammengesetzt, während die Verpackung behutsam entfernt wurde. Zusätzlich wurde eine Teilunterkellerung im Stil des originalen historischen Gewölbekellers errichtet, die dem Museum fortan als Technikraum dienen wird. Die im neuen Rohbau integrierte Sockeltemperierung wird nun nahtlos in das Wärmenetz des Museum-Areals integriert. Des Weiteren ist eine moderne Elektroinstallation für die bevorstehende Ausstellung im Haus geplant. Nach der Translozierung wurden alle Schnittstellen sorgfältig verschlossen und der statische Verbund zwischen den einzelnen Bauteilen wurde wiederhergestellt. Das Dach erhielt eine neue Lattung und wurde mit den originalen historischen Ziegeln gedeckt. Auch die Kamine wurden detailgetreu rekonstruiert, sodass das ehemalige Schulhaus schon bald wieder in seiner alten Pracht erstrahlen wird, ganz so wie es einst in Remshart der Fall war.
- Dachdämmung im Denkmalschutz
Die heutige Sicht auf einen Dachraum ist die Sicht auf den Raum als Wohnraum und weniger als das, was es historisch einmal war, nämlich eine technische Lösung für die Regenabweisung und die Aufnahme der Schneelast. Eine Raumnutzung war zweitrangig. Das sogenannte Kaltdach, über das wir sprechen, hat eine begrenzte Dachabdeckung. Anstelle einer Abdeckung mit Wärmedämmung besteht das traditionelle Kaltdach nur aus Dachziegeln, meist aus Biberschwanzziegeln. Dies führt zu einer gewollten Durchlüftung im Dachraum. Bei der Restaurierung eines Gebäudes wird oft versucht, den Dachraum in Wohnraum umzuwandeln, wodurch eine Dämmung des Daches erforderlich wird. Hierbei spielen einige wichtige Faktoren eine Rolle. Ein Dachstuhl besteht in der Regel aus Sparren oder Pfetten. Das sind Holzbalken, die die eigentliche Dacheindeckung tragen. Die Dämmung wird dann zwischen, unter oder auf den Sparren angebracht. Wird die Dämmung oberhalb der Balken aufgebracht (Aufsparrendämmung) bleibt die historische Balkenkonstruktion des denkmalgeschützten Gebäudes sichtbar und die Raumhöhe bleibt erhalten. Die weiß verputzten Dachuntersichten der Aufsparrendämmung betonen die von innen sichtbaren Dachbalken optisch. Allerdings erhöht sich der Dachaufbau und die aus dem Handwerk stammenden Proportionen der Traufe und Ortgang gehen verloren. Die Aufsparrendämmung ist bei aufwendigen Stuhlkonstruktionen mit vielen Streben und Aussteifungen sinnvoll. Eine andere Möglichkeit ist die Dämmung zwischen den Sparren von innen (Zwischensparrendämmung). Auf diese Weise können tragende Teile des Dachstuhls erhalten bleiben, während die Sparren und die Sparrenauflager erneuert oder verstärkt werden können. Dadurch entsteht ein großer Raum zwischen den Sparren, der vollständig für die Wärmedämmung genutzt werden kann. Das äußere Erscheinungsbild des Hauses bleibt dabei unverändert die Deckenbalken sind jedoch von innen nicht mehr sichtbar. In enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt entscheiden wir je nach Art des Dachstuhls individuell, welche Methoden am besten geeignet ist.
- Maibaum und Merowinger
Grüner Baum, Erligheim. Bis Ende 2026 sollen auf dem Areal „Grüner Baum / Große Scheuer“, sowie auf angrenzenden Freiflächen in Erligheim (Landkreis Ludwigsburg) 66 Wohnungen und diverse Dienstleistungsflächen in drei denkmalgeschützten und sechs neuen Gebäuden entstehen. Bevor in der Ortsmitte von Erligheim jedoch gebaut werden darf, muss der Untergrund auf Bodendenkmäler untersucht werden. Auf dem bisher unbebauten Teilareal „Hofener Straße“ – hier ist u.a. eine Tiefgarage geplant – wurde bisher alljährlich der Maibaum aufgestellt und geparkt. Das Landesdenkmalamt vermutet hier ein merowingerzeitliches Gräberfeld (Bestattungen des 6.-8. Jahrhunderts). Bereits über mehrere Jahrzehnte sind bei früheren Baumaßnahmen in Erligheim zahlreiche frühmittelalterliche Gräber zutage gekommen, oft auch mit Grabbeigaben. „Da die Gräberfelder der Merowingerzeit oft eine Größe von mehreren Hundert Bestattungen aufweisen, muss auch hier mit weiteren Gräbern gerechnet werden“, erklärt Dr. Dorothee Brenner, zuständige Gebietsreferentin für archäologische Denkmalpflege. Vor Baubeginn sind deshalb archäologische Sondierungsgrabungen erforderlich. Diese wird die Firma ArchaeoBW für uns durchführen. Beim Antreffen von Kulturdenkmalen im Boden sind anschließend Rettungsgrabungen notwendig. Wir sind auf die Ergebnisse gespannt.
- Kirche Mariä Himmelfahrt
Restaurierungsarbeiten in Biberachzell. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt bildet schon seit Jahrhunderten das Zentrum der kleinen Gemeinde Biberachzell bei Weißenhorn. Nach einigen Voruntersuchungen soll die Kirche nun restauriert werden. Der Bau aus dem 15. Jahrhundert hat bereits mehrere Umbauten und Reparaturen hinter sich, unter anderem wurde der Kirchturm 1931 wegen Einsturzgefahr abgebrochen und neu errichtet. Im Inneren der Kirche sind heute nach wie vor viele der prachtvollen Ausstattungen und Kunstwerke erhalten, darunter die Stuckdecke, die Rokoko-Kanzel aus marmoriertem Holz und der Hochaltar. Eine der Herausforderungen des Projekts ist, diese Bereiche während der Baumaßnahmen zu sichern. Unter anderem wird im Kirchenschiff ein Flächengerüst errichtet und darauf die Stuckdecke mit einer weichen Sprießung abgestützt. Auch im Außenbereich müssen die Gräber abgesichert werden, die rund um die Kirche angeordnet sind. Einen großen Teil der Arbeiten nimmt die Dachkonstruktion ein. Die Sparrenfußpunkte des quergebundenen Kehlbalken-Sparrendaches werden mit sogenannten Prothesen ertüchtigt und durch zimmermannstechnische Holz-in-Holz Verbindungen wieder statisch mit den Zerrbalken verbunden. Die Zerrbalkenköpfe wurden bei früheren Sanierungsmaßnahmen zurückgeschnitten und die Mauerschwelle entfernt. Dadurch wurde die Lastverteilung unterbrochen, was zu Rissen in den Außenwänden und der Stuckdecke führte. Wir freuen uns auf die bevorstehenden Restaurierungsmaßnahmen und darauf, die Pfarrkirche für die Gemeinde Biberachzell und die kommenden Generationen zu erhalten.
- Die Schadenskartierung
Die Grundlage für nachhaltige Restaurierungsmaßnahmen. Um historische Bauteile für zukünftige Generationen zu bewahren, ist es unerlässlich, ihren Zustand sorgfältig zu analysieren und bei der Planung angemessen zu berücksichtigen. Dies wird durch detaillierte Schadenskartierungen erreicht, die Oberflächen wie Putz, Stuck, Steinböden und Wandmalereien erfassen. Die Restaurierung von Schreinerarbeiten wie Treppen, Täferungen, Dielen- und Parkettböden sowie Türen stellt eine besondere Herausforderung dar. Auch Rohbaugewerke, Zimmerer- und Mauerarbeiten erfordern spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten in der Restaurierung. Die Schadenskartierung wird von internen Spezialisten durchgeführt, die langjährige handwerkliche Erfahrung in diesem Bereich mitbringen. Nach der Schadenskartierung werden die Restaurierungsmaßnahmen festgelegt und in Zeichnungen und Berechnungen dokumentiert. Die Kostenberechnung ermöglicht eine Einschätzung der wirtschaftlichen Durchführbarkeit. Die relevanten Ergebnisse der Restaurierungsarbeiten fließen dann in die Entwurfsplanung ein. Auf diese Weise ist der sorgsame Umgang mit historischer Bausubstanz von Anfang an sichergestellt und wird von der Entwurfsphase bis zur Umsetzung durch die Ausführungsplanung gewährleistet. Ein konkretes Beispiel für dieses Vorgehen ist das Projekt "Hohes Schloss Bad Grönenbach", das zu einem Hotel umgestaltet wird. Die Entwurfsplanung und Schadenskartierung stehen kurz vor dem Abschluss, der Bauantrag wurde bereits eingereicht.
- Lochgässchen 19, Augsburg
Die Restaurierungsarbeiten sind abgeschlossen. Die ersten Blumen stehen auf den Fenstersimsen, die ersten Stühle auf den Balkonen und die Klingelschilder füllen sich langsam mit Namen - neues Leben zieht ins Lochgässchen ein. Im Sommer 2021 wurde mit den Arbeiten in Augsburg begonnen, im Mai 2023 wurden die ersten Wohnungsschlüssel an die neuen Mieter übergeben. Was heute aussieht wie neu, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Um 1565 wurde das Gebäude ursprünglich erbaut. Nachdem es in den letzten Jahren leer stand, sind nach der Restaurierung 14 moderne Wohneinheiten entstanden. Viele historische Bauteile konnten erhalten werden und verleihen dem Gebäude und den Wohnungen einen ganz besonderen Charme. Auch von außen hat sich das Erscheinungsbild geändert; die Fenstereinteilung wurde nach historischem Vorbild ausgeführt und die Farbe wurde an den ursprünglichen Farbton des Gebäudes angepasst.
















